Review: The New Roses “Nothing But Wild”

von | Aug 3, 2019 | 0 Kommentare

Da liegt es also vor mir, das neue Album der Wiesbadener Formation The New Roses. Fast 2 Jahre nach dem letzten Album “One More For The Road” mit dem gleichnamigen Knaller-Song präsentieren sie uns nun 13 brandneue Songs.

Im Vorfeld wurde man eingestimmt mit den beiden Auskopplungen “Down By The River” und – einen Tag vor dem Release – mit “Glory Road” wobei beide Songs kantig ehrlich daherkommen.

Ich habe mir das Album nun wirklich einige Male angehört – es ist ein gutes Album ABER… Wo sind bitte die The New Roses, die mich mit dem Album “Dead Mans Voice” begeistert haben? Ich weiß noch ganz genau, wie wir am 29.07.2016 das erste Mal die Roses als Vorband von The Dead Daisies in Köln gesehen haben. Wir standen vor der Tür und der Soundcheck lief – THIRSTY… 

Jetzt liegt es vor mir, das aktuelle Werk. Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass mir die Qualität der Aufnahme des Sounds gar nicht gefällt. Irgendwie klingt alles zu perfekt – so perfekt wie das aktuelle Pressebild der Band, ohne Falten, ohne Ecken und ohne Kanten…..
Zu den Songs selber habe ich einige Stichworte gemacht, ist ganz klar meine Meinung, also bitte nicht steinigen! Die Reihenfolge entspricht den Tracks auf dem Album:

1

Der Opener des Albums ist rockig, oh ja! Man macht die Anlage an, drückt play und BOOM…
Soundtrack Of My Life kommt daher und es rockt in der Bude – sehr schön, so kann es weitergehen – denkt man.

2

You Can’t Stop Rock’n’Roll, als ich den Titel gelesen hatte, musste ich zwangsläufig an die großartige Band Twisted Sister denken und an ihren gleichnamigen Song. Leider hat der Song hier damit absolut nichts zu tun.
Ist der Song denn wenigstens genauso rockig wie der Opener? Nein. Leider nicht, es ist ein mid-Tempo. Schade.

3

Down By The River: Jetzt gehts ab ins Radio – Ja, ich bezeichne den Song als “Radio-Rock”, ein Song der nichts kaputt macht und den man verdammt gut im Auto hören kann. Wahrscheinlich wollte man ein wenig anknüpfen an “One More For The Road”? Klappt aber nur bedingt, wie ich finde.

4 Nun kommt in meinen Augen das erste richtig schwache Lied, ein Lückenfüller von ganzen 2 Minuten (wahrscheinlich noch weniger, wenn man den ganzen Nothing But Wild-Gesang am Ende ausblendet… Davon mal abgesehen, dass dieser Song irgendwie sehr dumpf klingt, ist in der Tat wenig Text vorhanden. In der Mitte gibts eine Passage, mit der man gut bei Konzerten das Publikum mitsingen lassen kann und das wars auch schon.. Schade.
5 TOP 3! Nun kommen irgendwie bekannte aber auch schöne Klänge. Heartache ist nun wieder ein kleines Highlight, welches man sich gerne anhört.
6 Es folgt mein TOP 2!-Song. Bullet ist auch wieder so ein Song, den man ganz wunderbar im Auto hören kann. Ich würde sagen, wir sind nun ein wenig im Country-Rock gelandet.
7 Nach Country-Rock folgt Pop-Rock. Running Out Of Hearts ist so ein poppiger, alles in eine rosa Wolke packen-Song, der einfach so nebenher dudelt…. Ahhh Shit! Ist das eine Rock’N’Roll-Band oder hat jemand die CD gewechselt? Nein, leider nicht… Echt übel!
8 Zu Unknown Terrotory kann ich irgendwie nichts schreiben außer, dass dieser Song doch arg nach Nothing But Wild klingt. Auch irgendwie poppig und auch irgendwie fürs Radio geschrieben…. Nicht mein Fall.
9 As The Crow Flies finde ich jetzt auch nicht so schön – mir ist es irgendwie zu langweilig aber so ist das mit den Geschmäckern.
10 Jetzt begeben wir uns zurück zu Country-Rock. Give & Take ist ein Song, ein guter Song, der mich irgendwie an die gute alte Zeit von Bon Jovi erinnert. Melodisch, langsam, Cowboy… gefällt!
11 Genauso wie The Only Thing. Auch Country-Rock aber dieses Mal Bon Jovi gepaart mit Tom Petty – auch eine schöne Nummer.
12 TOP 1! Und dieser Song rettet irgendwie den bisherigen Eindruck des Albums. Glory Road ist für mich das Highlight des Albums. Video zu dem Song ist ja unten, also anhören und genießen.

 

Fazit

Ein facettenreiches Album auf alle Fälle und sicherlich kein schlechtes Album ABER sind das noch The New Roses?

Das sich eine Band weiter entwickelt kennt man und das muss auch so sein, aber ist das eine Weiter-Entwicklung? Oder hat die Band die Nase voll vom Image des Rockers? Ich liebe The New Roses und bin nun seit dem Konzert in Köln Fan der Band.

Erste Berührungen mit dem Sound der Band gab es mit der CD Dead Man’s Voice und Songs wie Thirsty, Dead Man’s Voice und natürlich What If It Was You. Diese Songs haben mich gepackt und brachten mich zu der verdammt sympathischen Band. Danach kamen die Songs des vorherigen Albums Without A Trace. Songs wie Whiskey Nightmare, Gimme Your Love und For A While – Mensch, auf diese Songs fiebert man hin auf den Konzerten.
Als dann One More For The Road veröffentlicht wurde, da dachte man .. ja, ein schöner Song. Als man dann aber das Album in den Händen hielt – wo war das Gefühl? Ja, es gab auch auf One More For The Road gute Lieder, aber irgendwie habe ich gehofft, dass mit dem neuen Album der alte Glanz zurückkommen würde. Als man die erste Auskopplung “Down By The River” hören und sehen konnte – ich hatte Bedenken und naja…

Ich persönlich bin von diesem Werk nicht direkt enttäuscht aber begeistert bin ich auch nicht. Es bietet viel aber gleichzeitig auch wenig… 
Vielleicht wäre es besser gewesen, nach dem 3. Studio-Album ein Live-Album rauszubringen und sich ein klein wenig mehr Zeit zu nehmen für neue Musik.. Hätte wäre wenn…
Ich glaube, wer die Band noch nicht kennt, denen wird das Werk gefallen (Amazon) – für Fans der ersten Stunde ist es eine weitere CD für die Sammlung.